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Orientalischer Tanz
Orientalischer Tanz - Bauchtanz - Orientalischer Bauchtanz
Die Bezeichnung „Bauchtanz“ geht zurück auf einen Bericht des
französischen Schriftstellers Emile Zola, der nach einer Orientreise
1880 über den „danse du ventre“ (wörtlich: Tanz des Bauches)
berichtete. Seither streiten sich die Gemüter über diese Namensgebung.
Manche Tänzerinnen können mit der Bezeichnung gut leben, denn es wird
ja oft und gern „aus dem Bauch heraus“ getanzt. Andere finden das Wort
„Bauchtanz“ nicht angemessen, da mehr als der Bauch das Becken und
viele andere Körperteile zum Einsatz kommen. Sicher ist jedoch, dass
keine andere Bewegungsform so viele Attribute bietet, um Weiblichkeit
auszudrücken. Er ist sinnlich - geschmeidig - anmutig - erotisch -
hier lasziv, dort temperamentvoll, und immer im höchsten Sinne
weiblich.....
Seit den 1980er Jahren fliesst dem orientalischen Tanz in Europa eine
erhöhte Aufmerksamkeit zu. Ein neues Körpergefühl findet seinen
Ausdruck. Bauchtanz bietet viele Zugänge, um den Kopf freizumachen.
Und nicht zuletzt - es macht richtig Spass, auf einer so unmittelbaren
und direkten Ebene mit sich selbst in Kontakt zu kommen.
Woher stammt der Bauchtanz?
Alle Theorien entbehren nachweisbarer Quellen und sind daher nicht
belegbar. Manche Historiker vermuten seine Wiege in Afrika, da die
dortigen Fruchtbarkeits- und Hochzeitstänze starke Beckenbewegungen
erforder(te)n. Fest steht, dass der Orientalische Bauchtanz
ursprünglich nicht dazu diente aufgeführt zu werden, und zudem für
Männer tabu war. Ein Tanz von Frauen für Frauen. In den Hochkulturen
der Ägypter und Sumerer nutzten die Frauen die Bewegungsform Tanz, um
die Sexualität lustvoll zu gestalten und um eine weitgehend
schmerzfreie Geburt zu erleben. In beiden Kulturen galt die Frau
aufgrund ihrer Fähigkeit zu gebären als höchst verehrungswürdig und
heilig; Gott war eine Frau und alles Weibliche göttlich. Noch heute
hat der Bauchtanz bei den Berbern in entlegenen Regionen des
Atlas-Gebirges die Funktion des Geburtstanzes. Mit Gesang,
rhythmischem Klatschen und „Bauchrollen“, dem Nachahmen der
Wehenkontraktionen, bewegt sich eine Gruppe von Frauen gemeinsam mit
der zukünftigen Mutter, bis das Baby schließlich auf die Welt kommt.
Unterscheidungen und Nuancen
Im Orientalischen Bauchtanz unterscheiden wir heute im Wesentlichen
den Baladi (Tanz des Volkes) und den Raqs Sharqi (Tanz des Ostens).
Mein Kursangebot beschäftigt sich sehr eingehend mit dem Baladi. Dieser drückt eine starke Erdverbundenheit schon dadurch aus, dass
er barfuß und mit der ganzen Fußsohle auf dem Boden getanzt wird. Dazu
gehört eine Musik mit gleichbleibendem Rhythmus, der eine hypnotische
Wirkung ausüben kann. Die Tänzerin tanzt quasi aus der Körpermitte
heraus, mit starker Hüftbetonung und weichen, wellenartigen oder
kreisenden Bewegungen des Beckens. Hier stellt sich die
ursprünglichere Art des Bauchtanzes dar. Der Raqs Sharqi ist die
jüngere Variante und entstand in den 20er-Jahren in Kairo. Er basiert
zwar auf den Figuren des Baladi und des Shaábi (Tanz der Fellachen),
bildete aber durch Einflüsse aus dem asiatischen Raum und dem Ballett
neue Bewegungen aus. Die Tänzerin streckt die Arme, integriert Kopf
und Oberkörper und bewegt sich vorwiegend auf dem Fußballen. Die
Bewegungen werden wesentlich filigraner und graziöser ausgeführt. Sie
bieten ein größeres Repertoire an Ausdrucksmöglichkeiten, was für eine
Bühnenaufführung durchaus wünschenswert ist.
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